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    Emotionaler Abschied…

    Und dann war es soweit.
    Der Tag, von dem ich schon seit Wochen wusste und mich darauf vorbereitet hatte, war da. Ein Tag voller gemischter Gefühle. Ein Tag, vor dem ich mich gefürchtet hatte. Ein Tag der Traurigkeit und ein Tag voller Emiotionen. Mit welchem Satz beginnt man diese Kommunikation? Wie sagt man den Mitarbeitern und Kunden, dass das Geschäft geschlossen bleibt und nicht wieder eröffnen kann?
    Es war keine einfache Zeit, die Corona-Zeit. Sie hat meinem Geschäft, das ich vor 14 Jahren von null auf aufgebaut habe, einfach das Genick gebrochen. Alle Versuche, das Geschäft am Leben zu erhalten, scheiterten. Es war hart, das zu akzeptieren, dass es nicht mehr weiter geht.
    Viele Tränen habe ich vergossen, in vielen Erinnerungen schwelgte ich und musste dennoch alles vorbereiten und weiterführen. Denn, mit dem, dass ich es weiss und akzeptiere, ist noch lange nicht alles abgeschlossen. Es gab noch Vieles zu organisieren und zu klären. Ich musste meine Stärke finden, um das alles noch abzuschliessen. Mehr oder weniger gut ging das dann auch. Meine Familie hat mich sehr dabei unterstützt und mir halt gegeben, mich in den Arm genommen und mir damit Kraft gegeben.
    So kam dann der Tag, an dem ich alles Kommunizieren musste. Ich war stark und emotional zugleich. Ich war traurig und erleichtert zugleich. Ich war durcheinander und klar im Kopf zugleich. Irgendwie habe ich dann die unschöne Nachricht ausgesprochen. Meine Mitarbeiter waren geschockt, traurig und bedauerten die Lage sehr. Es flossen Tränen, es wurde geschwiegen, geredet, umarmt (scheiss auf Corona-Abstand) und wir schwelgten in schönen Erinnerungen.

    Als ich dann die traurige Nachricht öffentlich machte und die Kunden informierte, waren die Reaktionen darauf sehr unterschiedlich. Die meisten Kunden haben sehr gut darauf reagiert, waren zwar geschockt, aber hatten Verständnis und Bedauern. Sie beauerten, dass ich mein Lebenswerk aufgeben musste. Einige sehr unschöne Reaktionen hatte ich allerdings. Aber ich habe mich an all den Anderen festgehalten und mir durch die positiven Meldungen Kraft geholt. Ich hatte einige ganz schöne Gespräche, die mir sehr gut getan haben.

    Jeder Abschied ist auch ein neuer Anfang!

    Für mich heisst es jetzt, das ganz zu verarbeiten. Die schönen Erinnerungen an die wundervollen 14 Jahre bleiben mir erhalten. Die Zeit bereue ich nicht und die kann mir niemand nehmen. Aber ich muss jetzt loslassen, verarbeiten und mich erst mal um mich selber kümmern. Erholung steht jetzt an erster Stelle, damit ich mich dann gestärkt und fit, auf das was kommt, konzentrieren kann. Denn jeder Abschied ist auch ein neuer Anfang.
    Wie mein neuer Anfang aussehen wird, hat mich eine Mitarbeiterin gefragt. Meine Antwort darauf war:
    Ich weiss es noch nicht. Ich lass es einfach mal auf mich zukommen…