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Tipps: Fotografieren für Anfänger

Aktualisiert: 12. Dez. 2022

Sobald du deine Digital-Kamera verstehst, kannst du grossartige Bilder machen. Man muss kein Profifotograf sein, um traumhafte Fotos machen zu können. Ich zeige dir hier die wichtigsten Schritte für Anfänger.



Du hast eine neue digitale Kamera (mit oder ohne Spiegel) die sehr viel kann und du hast keine Ahnung, wo du beginnen sollst und wie du all das, was die Kamera kann, umsetzen kannst? Du hast keine Ahnung, was ISO-Werte sind und wie die mit der Blende und der Belichtungszeit zusammenhängen? Du weisst nur, dass du auch so tolle Bilder machen möchtest, wie man auf Insta und Co so sieht.


„Ich zeige dir die ersten Schritte - aber üben musst du selber.”

Ich zeige dir, wie du das Fotografieren lernen kannst Achtung, du lernst hier nur die ersten Schritte. Einen ganzen Kurs kann ich nicht in einem Blog schreiben. Die wichtigsten Dinge werde ich dir hier jedoch zeigen. Am Schluss gebe ich noch zwei Buchtipps, die dich unterstützen können beim weiteren lernen deiner Kamera und ihren Möglichkeiten. Wir schauen gemeinsam folgende Punkte an 1 Einstellungsoptionen erklärt 2 ISO, Blende und Belichtungszeit 3 Display und Sucher 4 Bildaufbau und Perspektiven 5 Was, wenn das Bild unscharf ist 6 Stativ ja oder nein 7 Buchtipps


1 Einstellungsoptionen erklärt

Damit du auf deiner Reise nicht da stehst und nicht weisst, wie du deine Kamera bedienen musst, empfehle ich, dass du dich zuerst mit deiner Kameravertraut machst. Ich weiss, das ist nicht die kreativste Arbeit und es braucht Zeit. Aber es lohnt sich!

Am Besten kaufst du dir ein Handbuch zu deinem Kameramodell. Ich habe eins zu meiner Canon 5D Mark IV gekauft. Da ist alles genau beschrieben mit Tipps und Bildern. Es lohnt sich, das zu lesen und auszuprobieren. Doch es braucht Geduld und Zeit.

Nimm deine Kamera und das Handbuch und gehe dies Schritt für Schritt durch, damit du weisst, was du wo einstellen und ändern kannst. Welcher Knopf ist für was? Welches Rad ist für was? Wo verstellt man den Fokus? Wo stellt man die ISO ein, wo die Blende, wo die Belichtungszeit, wo den Weissabgleich, wo den Timer, wo die Serienaufnahmen…

Automatikmodus aus Für Schnappschüsse kann man sehr wohl im Automatikmodus fotografieren. Aber wenn man auf Reisen ist, trifft man oft schwierige Lichtverhältnisse an und da muss man dann den Automatikmodus verlassen. Ich fotografiere nie im Automatikmodus. Zu Beginn ist dies vielleicht etwas schwierig und man ist langsam, aber mit der Zeit wirst du immer schneller, die richtigen Einstellungen zu machen. Das war bei mir genauso. Die verschiedenen Modis Das wichtigste Rad ist das oben an der Kamera. Da steht je nach Hersteller: Auto, P (PV), A (AV), S (TV), M und vielleicht noch weitere Einstellungen zum Filmen. Doch was bedeuten diese Buchstaben und Abkürzungen?

Auto: Haben wir ja schon erwähnt. Das ist die Einstellung, die ich nie benutze. 😊

A (AV): Aperture Priority: Blendenvorwahl. Das bedeutet, dass du hier die Tiefenschärfe deines Bildes bestimmst. Je kleiner die eingestellte Zahl, umso weiter geöffnet ist deine Blende des Objektivs. Du bestimmst die Blende, die Belichtungszeit wird automatisch bestimmt.

S (TV): Shutter Priority, Verschlusspriorität. Du bestimmst, wie lange Licht auf den Sensor fallen soll. Du bestimmst die Belichtungszeit, die Kamera bestimmt die Blende automatisch.

P (PV): Programmmodus

M: Manuell. Du stellst Blende und Zeit manuell selber ein.

Welcher Modus ist der Richtige? Das kommt darauf an, was du für ein Bild machen möchtest. Grundsätzlich wollen wir ja ein Bild das ausreichend hell und scharf ist. Willst du eine Tänzerin knackscharf bei ihren Sprüngen fotografieren, oder einen rennenden Hund ebenfalls scharf fotografieren, dann ist die Belichtungszeit wichtig. Das heisst, wenn ich eine zu lange Belichtungszeit wähle, sind die Bewegungen unscharf. Dann kannst du den Modus S (TV) wählen. Du bestimmst dann die Dauer der Belichtungszeit und die Kamera passt den Blendenwert automatisch an. Oder du fotografierst im Modus M. Willst du eine Blume fotografieren, die im Fokus ist und der Hintergrund soll unscharf sein, dann ist die Blende wichtig. Dann wählst du das Programm A (AV) und bestimmst die Grösse der Öffnung der Blende selber und die Kamera passt die Belichtungszeit an. Oder du fotografierst im Modus M. Die Wahl des Modus ist also abhängig davon, was du fotografieren möchtest und wie. Die Belichtungszeit ist wichtig oder verantwortlich für die Schärfe des Objektes im Bild. Die Blende ist verantwortlich für die Tiefenschärfe (Hintergrund mehr oder weniger unscharf).


2 ISO, Blende und Belichtungszeit Die Blende und die Belichtungszeit haben wir ja vorher schon kurz angesprochen. Die beiden sind voneinander abhängig. Und dann gibt es noch einen dritten Wert, der ebenfalls zusammenhängend mit den beiden ist. Die ISO-Werte. Diese haben Einfluss auf die Helligkeit (oder Dunkelheit) und die Körnung im Bild. - Die Blende ist verantwortlich für die Tiefenschärfe (Hintergrund mehr oder weniger unscharf). - Die Belichtungszeit ist wichtig oder verantwortlich für die Schärfe des Objektes im Bild. - Die ISO sorgt für die Helligkeit (Dunkelheit) und die Körnung im Bild (mehr oder weniger Körnung)

Die Blende Unter Blende kannst du dir die Iris (der farbige Teil) eines menschlichen Auges vorstellen. Wenn du ins helle Licht schaust, wird die Iris grösser und die Pupille (das schwarze im Auge) wird ganz klein. Wenn du im Dunkeln bist, ist die Iris kleiner und die Pupille ist ganz gross. Die Iris steuert, wie viel Licht auf unsere Netzhaut kommt. Und so funktioniert die Blende. Sie steuert die Grösse der Objektivöffnung, durch die das Licht auf den Sensor trifft. Die Blende besteht aus mehreren Lamellen und ist im Objektiv. In der Mitte befindet sich ein rundes Loch (Pupille). Die Grösse der Öffnung wird entweder von der Kamera oder von dir festgelegt. Je nach dem, in welchem Modus du fotografierst. Die Blendenöffnung wird mit Blendenwerten angegeben. Zum Beispiel f5,6 oder f11. Je grösser der Wert, umso kleiner wird die Öffnung. Je kleiner der Wert, umso grösser wird die Öffnung. Mit der Blende kannst du die Tiefenschärfe im Bild steuern. Je höher der Blendenwert (f16), umso mehr Tiefenschärfe hast du. Vor allem bei Landschaftsaufnahmen möchte man oft durchwegs scharfe Bilder und wählt deshalb einen höheren Blendenwert. Möchtest du den Hintergrund unscharf, so wählst du einen kleinen Blendenwert (f2,8)

Die Belichtungszeit Über die Belichtungszeit (auch Verschlusszeit genannt) bestimmst du, wie lange Licht auf den Sensor trifft. Dies beeinflusst gleich drei Dinge. Bewegte Motive: Je kürzer die Belichtungszeit, desto schärfer dein Bild. Das Bild wird eingefroren und alles erscheint scharf. Das Gegenteil ist eine lange Belichtungszeit: Sie erzeugt Bewegungsunschärfe, die Wischeffekte erzeugt. Sie macht den Unterschied, ob Wasser eingefroren oder fließend erfasst wird. Verwacklung: Eine Aufnahme kann durch eine zu lange Belichtungszeit aus der Hand verwackelt und unscharf werden.

Bildhelligkeit: Ist die Belichtungszeit zu kurz, ist dein Foto unterbelichtet. Ist sie zu lang, ist das Bild überbelichtet.

ISO Werte Wie schon erwähnt, gibt es noch einen dritten Wert, der bestimmt, ob dein Bild optimal belichtet wird: Der ISO-Wert.

In der analogen Fotografie gab es Filmrollen mit ISO-Wert 100, 200, 400 und 800. Meist wählte man Filme mit ISO 100 oder 200. Je besser und Lichtempfindlicher die Sensoren der modernen Kameras werden, umso wichtiger wird auch der ISO-Wert. Die ISO-Werte beeinflussen die Helligkeit (Dunkelheit) und die Körnung (das Rauschen) im Bild. Je höher der Wert, desto heller wird das Bild aber umso mehr Körnung hat es jedoch auch. So hast du die Möglichkeit die drei Werte zu kombinieren und mit den Werten zu spielen.

Ein Beispiel: Ich möchte eine Blume fotografieren und sie in den Fokus setzen. Der Hintergrund soll so unscharf wie möglich sein. Also wähle ich die kleinste Blende, die mein Objektiv hat. Zum Beispiel f2,8. Nun ist es nicht mehr so hell draussen und ich müsste eine relativ langsame Belichtungszeit nehmen (20), damit das Bild ausgeglichen Beleichtet ist. Dadurch kann es aber sein, dass ich das Bild verwackle und es dann nicht scharf ist. Nun kommt mir der ISO-Wert zu Hilfe. Ich kann nun den ISO-Wert erhöhen und so schauen, dass die Belichtungszeit nicht unter 60 fällt. 60 ist so eine Zeit, die man in der Regel verwackelungsfrei aus der Hand fotografieren kann.

Die neuen Kameras können mindestens bis ISO 6000 rauschfreie Bilder erzeugen.


Ein Tipp: Mach mal ein Versuch zu Hause, wie die drei Werte miteinander zusammenhängen. Nimm deine Kamera und fotografiere eine Tasse, die auf dem Tisch steht im Modus M. Und nun wähle eine Blende und bleibe bei dieser Blende. Dann veränderst du nur die Belichtungszeit. Wähle immer eine schnellere Belichtungszeit, so lange, bis du ein zu dunkles Bild hast. Nun bleibe bei dieser Belichtungszeit und bei dieser Blende und erhöhe die ISO-Werte. Nun wird das Bild wieder heller und du hast trotzdem noch eine schnelle Verschlusszeit. Übung und Geduld Damit du diese drei Werte automatisch und schnell wählen kannst, braucht es viel Übung. Am Anfang war ich auch sehr langsam und musste immer zuerst überlegen, was ich jetzt verändern kann und wie sich dies auswirkt. Mit der Zeit bekommst du aber Routine und wirst immer schneller. Noch ein Tipp: Übe viel, denn wenn du auf Reisen bist hast du meistens keine Zeit lange zu überlegen. Vielleicht ist der Vogel dann schon weggeflogen. 😊

3 Display und Sucher Ich muss dir sagen, dass ich beides benutze. Da ich klein bin, kommt mir das Display oft zu Hilfe, da ich dann meine Kamera getrennt vom Auge in die Höhe halten kann. Meine Kamera hat auch ein bewegliches Display und somit kann ich dies so verstellen, dass ich einen guten Blick darauf habe. Gerade bei Anlässen mit vielen Leuten ist es oft für mich unvermeidlich, meine Kamera vom Auge zu lösen. Jedoch brauche ich auch den Sucher. Dies vor allem, wenn ich mehr Stabilität brauche. Denn dadurch, dass ich die Kamera an mein Auge und meine Stirne halte, habe ich automatisch mehr Stabilität. 4 Bildaufbau / Perspektiven Für einen tollen Bildaufbau nutze ich immer den Raster. Suche in deinem Handbuch, wo man den Raster einstellen kann, welcher dein Bild in 9 gleiche Rechtecke einteilt. Du hast somit zwei Horizontale und zwei Vertikale Linien in deinem Bild und 4 Schnittpunkte. Die Drittelsregel wird am Meisten benutzt für einen stimmigen Bildaufbau. Wenn du dein Objekt auf eine der Linien platzierst, wirkt das Bild automatisch für das Auge angenehmer. Du kannst auch den Horizont oder den Meeresspiegel so gerade ausrichten, so dass das Bild anschliessend nicht «schräg» wirkt. Ebenso interessant wirken die Bilder, wenn man mit den Perspektiven spielt. Nutze nicht nur die Zentralperspektive (Augenhöhe), sondern auch die Vogel- oder die Froschperspektive. Wenn du deinen Blickwinkel änderst, entsteht ein ganz anderes Bild. Gehe mal in die Knie, leg dich auf den Boden oder steige auf einen Baumstumpf oder einen Tisch. Versuche es einfach am Besten mal aus.



5 Was, wenn das Bild unscharf ist? Dein Objekt auf dem Bild ist unscharf. Das kann nun verschiedene Ursachen haben. Zuerst schau mal deine Belichtungszeit an. Ist diese unter 60, dann liegt es wahrscheinlich an der zu langsamen Belichtungszeit. Ist diese gut und liegt bei 100 oder mehr, kann es auch sein, dass du den Fokus nicht am richtigen Ort platziert hast. Schau beim Fokussieren darauf, dass dein Objekt im Fokus ist. Eine weitere Möglichkeit, weshalb dein Objekt unscharf ist, könnte sein, dass sich das Objekt selber bewegt hat. Dies ist aber bei einer sehr schnellen Belichtungszeit (800) fast nicht mehr möglich. Immer heikel ist es, wenn die Belichtungszeit um die 60 oder 100 liegt. Dann sollte sich das Objekt wenn möglich nicht bewegen. Und zuletzt ist es auch möglich, dass du dich selber bewegt hast. Auch hier ist es heikel bei einer Zeit von 60 oder 100. Unter 60 ist es fast nicht möglich ein scharfes und unverwackeltes Bild zu erhalten. 6 Stativ ja oder nein? Ein Stativ braucht man vor allem für Langzeitbelichtungen. Aber auch, wenn ich Gruppenfotos mache, kann ein Stativ sehr nützlich sein. Das Stativ gibt nicht nur Halt und sorg dafür, dass das Bild nicht verwackelt, sondern es nimmt mir auch das Gewicht der Kamera und des Objektives weg. Wenn du einen ganzen Tag fotografierst, kann dann die Kamera mit dem Objektiv schon recht schwer werden mit der Zeit. Das Stativ kann auch hilfreich sein, wenn du selber auf dem Bild sein willst. Dann kannst du die Kamera auf das Stativ montieren und in der Kamera den Selbstauslöser auf 10 Sekunden stellen. Für Nachtaufnahmen, Sternen- oder Mondfotografie braucht man unbedingt ein Stativ.


Wenn du dir ein Stativ kaufen willst für deine Reisen, dann achte darauf, dass es ein leichtes ist aus Karbon. Auch sollte man es gut transportieren oder tragen können. Teste am Besten einige aus. Denn nicht jedes liegt dir gleich gut in der Hand bei der Bedienung. Einige haben einen Schraubverschluss, andere einen Riegel. In einem Fachgeschäft können sie dir unterschiedliche Modelle zeigen, so dass du sie ausprobieren kannst.

7 Buchtipps

Es ist super praktisch, wenn man gewisse Sachen nachlesen kann. Beim Durchstöbern und Durchblättern fand ich so manch guten Tipp und Beitrag über das Fotografieren.

Eins meiner Lieblingsbücher ist:

Die grosse Fotoschule, Handbuch digitale Fotopraxis, von Christian Westphalen, Rheinwerk Verlag Bonn

In rund 700 Seiten wird dir hier alles schön Schritt für Schritt erklärt, mit Bildern und Grafiken, so dass man es auch wirklich versteht. Von den Grundlagen, über Licht, Blitzfotografie, Portrait, Bildgestaltung, Makrofotografie und vieles mehr. Ebenso kann ich folgendes Buch empfehlen:


Digital fotografieren lernen: Fotografieren für Anfänger, Vierfarben

Auch in diesem Buch gibt es schrittweise Anleitungen mit Bildern und Grafiken für einen erfolgreichen Einstieg in die digitale Fotografie.



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